Dehnungsstreifen und Sonne: So schützt du die Haut
Für Menschen, die unter Dehnungsstreifen leiden, stellt sich im Sommer immer eine ganz bestimmte Frage: Verbessert oder verschlechtert sich das Erscheinungsbild ihrer Dehnungsstreifen, wenn sie sich sonnen und braun werden?
Leider haben wir eine schlechte Nachricht für Sie: Bei Dehnungsstreifen handelt es sich um Narbengewebe. Narbengewebe produziert keine Pigmentzellen, wie es bei gesunder Haut der Fall ist. Folglich werden die Dehnungsstreifen nicht mitgebräunt – sie bleiben hell bzw. weißlich.
Die Bräunung der Haut durch die Sonne wird dadurch hervorgerufen, dass die Hautzellen das Pigment Melanin produzieren. Melanin sorgt für einen dunkleren Hautton und schützt den Körper vor dem schädigenden Einfluss der UV-Strahlung.
Sonnenbräune erhöht den Kontrast zu Dehnungsstreifen
Wenn Dehnungsstreifen hell bleiben und sich der Rest der Haut dunkler färbt, dann erhöht sich ganz automatisch der Kontrast zwischen den beiden Hauttypen. Je dunkler man ist, desto mehr fallen die lästigen Geweberisse auf.
Aber: Sonne ist wichtig für die Haut!
Auch wenn der Sommer aufgrund der eben genannten Fakten nicht die ideale Jahreszeit für Dehnungsstreifen ist, bleiben Sonnenstrahlen immer noch wichtig für unser Hautbild. Eine gesunde Haut benötigt viel Sonne, sodass der Körper ausreichende Mengen an Vitamin D produzieren kann.
Sprich: Dehnungsstreifen fallen gebräunt zwar mehr auf, jedoch sollte man sich aus gesundheitlicher Sicht nicht daran stören. Wichtig ist, dass die Haut der Sonne ausgesetzt wird, damit sie kräftig und vital bleibt.
Nicht ohne Grund bekommen viele Menschen im Winter eine spröde, käsige und juckende Haut. Das liegt normalerweise am fehlendem Sonnenlicht und der trockenen Heizungsluft.
Selbstbräuner hilft in der Theorie
Wir haben es zwar nicht selbst ausgetestet, allerdings sollte Selbstbräuner dabei helfen, die Dehnungsstreifen mitzubräunen. Hierbei handelt es sich schließlich nicht um Melanin, das an die Hautzellen weitergegeben wird, sondern lediglich um eine Art Farbe.
Cremes gegen Dehnungsstreifen: Vorsichtig
sonnen!
Wenn Sie eine Creme gegen Dehnungsstreifen verwenden, dann sollten Sie beim Sonnen äußerst vorsichtig sein.
Wenn die Creme beispielsweise Retin- oder Glycolsäure enthält, die beide die Kollagenproduktion der Haut anregen, dann sollten Sie diese Hautpartien von der Sonne fernhalten. Es kann passieren, dass die Creme in Kombination mit der Sonne zu Schädigungen der Haut führt.
Macht Sonne Dehnungsstreifen besser?
Nein. UV-Strahlung repariert weder Kollagen noch Elastin. Was kurzfristig wie eine Veränderung wirkt, ist meist Kontrast: Reife Striae albae enthalten weniger Pigment und bräunen oft schlechter als die umgebende Haut. Wird diese dunkler, fallen helle Linien sogar stärker auf. Frische rote oder violette Streifen können durch Hitze und Reizung vorübergehend deutlicher wirken.
Auch Selbstbräuner behandelt Dehnungsstreifen nicht. Er färbt vor allem die Hornschicht; je nach Hautstruktur kann das Ergebnis ungleichmäßig ausfallen. Wer die Linien kaschieren möchte, testet das Produkt zuerst auf einer kleinen Stelle.
Sonnenschutz in vier Schritten
- Schatten nutzen: besonders bei hohem UV-Index und in der intensiven Mittagssonne.
- Textilien vorziehen: dicht gewebte Kleidung schützt gleichmäßiger als zu sparsam aufgetragene Creme.
- Breitband-Sonnenschutz: ausreichend und rechtzeitig auf unbedeckte Haut geben; Herstellerangaben beachten.
- Nachcremen: nach Schwimmen, Schwitzen und Abtrocknen erneuern. Nachcremen verlängert die maximale Schutzzeit nicht beliebig.
Die Deutsche Krebshilfe warnt ausdrücklich vor dem Mythos einer „gesunden Bräune“: Bräunung ist bereits eine Schutzreaktion auf UV-Stress. Solarium ist deshalb keine sinnvolle Vorbereitung auf Urlaub und keine Behandlung für Striae.
Nach Laser, Microneedling oder Peeling besonders vorsichtig
Gerätebehandlungen können die Haut vorübergehend empfindlicher machen. Direkte Sonne erhöht dann das Risiko für ungleichmäßige Pigmentierung. Die behandelnde Praxis sollte einen konkreten Zeitraum für UV-Meidung und Nachpflege nennen. Nicht kurz vor einem Strandurlaub behandeln lassen. Einen Überblick zu Nutzen und Ausfallzeit bietet unser Beitrag Dehnungsstreifen lasern.
FAQ zu Dehnungsstreifen und Sonne
Werden Dehnungsstreifen durch Bräune unsichtbar?
Meist nicht. Helle reife Streifen bräunen oft weniger, sodass der Kontrast zur dunkleren Umgebungshaut größer wird.
Brauchen Dehnungsstreifen einen höheren Lichtschutzfaktor?
Konsequenter Breitband-Schutz ist sinnvoll. Wähle den Faktor passend zu UV-Index, Hauttyp und Expositionsdauer und nutze zusätzlich Kleidung und Schatten.
Darf man nach einer Laserbehandlung in die Sonne?
Direkte UV-Exposition sollte nach Vorgabe der behandelnden Praxis gemieden werden, um Pigmentstörungen zu vermeiden.
Hilft Solarium gegen Dehnungsstreifen?
Nein. Solarium repariert die Haut nicht und erhöht die UV-Belastung sowie das Hautkrebsrisiko.
Quellen und fachliche Grundlage
- DermNet: Dehnungsstreifen – Merkmale und Behandlung
- Deutsche Krebshilfe: Sonnenschutz-Faktencheck
- Gesundheitsleitlinie: Prävention von Hautkrebs